Renners ReVision: Es „stürmt“ mal wieder im deutschen Blätterwald

(www.conservo.blog)

Von Martin E. Renner *)

Martin E. Renner

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte der Chefredakteur der Rheinischen Post (RP), Moritz Döbler, im Online-Portal der Zeitung einen unsäglichen Hetz-Artikel gegen die Alternative für Deutschland.

Dieser rührig-besorgte Chefideologe Döbler lebt offenbar in hysterischer Sorge um „seine“ Demokratie. Hatten wir schon einmal, hier zu Lande, in dunklen Zeiten. Ein Herr, namens Streicher, publizierte damals im „Stürmer“ und nannte seine Zeitung „Das Deutsche Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit“.

Also rüstet sich dieser RP-Döbler zum Kampfe um die Wahrheit. Um seine Wahrheit, wohlgemerkt. Doch in Zeiten einer brutal wütenden Wokismus-Pandemie fällt es nicht wirklich auf, wenn sich ein Medien-Mann in leitender Funktion unverblümt ein Nannykleidchen überzieht und seinen Kindergartenkindern die wirkliche und einzig wahre Wahrheit vorgibt, nein, diktiert.

Die AfD – Schmarotzer der Demokratie

So bleibt der interessierte, vielleicht noch unentschlossene Wähler an der Titelzeile des besagten Artikels kleben, welche ganz offensichtlich der rhetorischen Höchstbegabung des Chefredakteurs selbst bedurfte: „Schmarotzer der Demokratie“.

Es folgen einige Zeilen belanglos-dümmlichen Blablas, um die Platzierung des Hass- und Hetz-Artikels in der Rubrik „Landtagswahl NRW“ zu rechtfertigen. Das hätten sicherlich auch die unteren Gehaltsklassen der „Rheinischen Post“ zu Papier bringen können.

Doch dann bricht sich in aller Vehemenz der von uns allen vergessen geglaubte, nein, vergessen gehoffte Ungeist der brachialen politischen Volkserziehung und Volksbevormundung Bahn:

Die AfD habe doch bereits in Schleswig-Holstein die Fünf-Prozent-Hürde verfehlt. Außerdem sei „alles an ihr destruktiv“. Sie habe „im Landtag eigentlich nichts verloren“. Sie mache die Institutionen „verächtlich“, von denen sie doch finanziell „profitiere“ (Abgeordnetendiäten, Wahlkampfkostenerstattung). Sie „lehne die Freiheit ab“ und „profiliert sich als zersetzende Kraft“. Trotz vielleicht einiger „ordentlicher Leute“, die irgendwie in die Partei geraten seien, handele es sich „in Summe … um Schmarotzer der Demokratie“.

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

Der Balken im Auge des eingebildeten Chef-Demokraten und des medial „Beauftragten zur gesellschaftlichen Demokratieüberwachung“ zwingt Herrn Döbler (RP) abschließend zur explizit niedergeschriebenen „Bitte“, das Privileg der Wahl doch tunlichst wahrzunehmen – aber bloß „nicht für die AfD zu stimmen“.

So viel zum „stürmischen“ Chefredakteur der RP-Tageszeitung

„für Politik und christliche Kultur“, wie der Untertitel der „Rheinischen Post“ verwirrenderweise postuliert.

Ob der gute Mann schlecht geschlafen oder ob sein Nachthemd Fusseln hatte? Ob er beim Griff zum morgendlichen Müsli die Brille nicht auf – und er versehentlich die Medikamentendose der Schwiegermutter erwischt hatte?

Man weiß es nicht.

Was man aber wissen muss: Hier offenbart ein weiterer Journalist in führender Position sein ungenügendes oder schlicht nicht vorhandenes Verständnis von Demokratie.

Es mag der ideologiesatte Schaum vor dem Mund gewesen sein, der ihm den klaren Blick vernebelte. Jedenfalls hat er seine verbalen Anleihen aus finstersten Zeiten – sei es „Zersetzung“ oder „Schmarotzer“ – nicht bemerkt.

Information darf nicht Indoktrination sein und werden

Statt sich für den erkennbaren Größenwahn, den Wähler dreist bevormunden zu wollen, zu schämen, weiß sich dieser Antiheld des reflektierten Denkens in bester Gesellschaft.

Es wird in den klassischen Medien immer mehr zur Tradition, den Bürger zu bevormunden. Ihm nicht mehr die Informationen zur Meinungsbildung aufzubereiten und bereitzustellen, sondern die Meinung selbst vorzugeben, nein, aufzwingen zu wollen.

Erschreckend daran ist die sichtlich zur Selbstverständlichkeit gewordene Einseitigkeit. Sei es während der gesamten „Pandemie“ oder aktuell in der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine.

Das freimütige, unverblümt offene Zur-Schau-Stellen der eigenen Parteilichkeit gegenüber der „Neuen Einheitspartei Deutschlands (NED)“, bestehend aus CDU, SPD, FDP und GRÜNEN. Und ganz folgerichtig auch die klare Wahlempfehlung des hier besprochenen schriftlichen Schmierentheaters:

„Wer CDU, SPD, GRÜNE oder FDP stark vertreten wissen will, muss seine beiden Kreuze entsprechend setzen.“

In der Tat macht es in der politischen Praxis keinen nennenswerten Unterschied mehr, bei welcher der genannten NED-Teilparteien man sein Kreuz macht. Im Ergebnis arbeiten sie alle gemeinsam an der zunehmenden Unfreiheit und der kommenden Verarmung des Wählers und Bürgers.

Nur eine Frage der Perspektive

Die klassischen Medien haben längst die Seiten gewechselt. Sie beaufsichtigen und kontrollieren nicht mehr die Regierenden, sondern sitzen längst an der prall gedeckten Speisetafel des Leviathans – und beaufsichtigen und kontrollieren stattdessen den Leser und Bürger. Geben ihm die Leitplanken des Denk- und Sagbaren vor und halten ihn so in Schach.

Genauso und nur so ist der Begriff „Freiheit“ aus der Perspektive des sich selbst überhöhenden und anmaßend Schreibenden des hier besprochenen Pamphlets zu verstehen:

„Ihr Leser, Bürger und Wähler, Ihr habt die Freiheit, unserer Wahrheit zu folgen. Wagt Ihr es, kritische Fragen zu stellen, oder verweigert Ihr euch, so werden wir euch pauschal als Querdenker, Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten und noch ärgeren Begrifflichkeiten bezeichnen und aus dem öffentlichen Diskursraum verbannen.“   

So muss man zu guter Letzt den Spieß umdrehen und zur Conclusio gelangen:

Wer echte Freiheit, wahre Demokratie und einen wirklich herrschaftsfreien Diskurs in einer offenen Gesellschaft möchte, der setzt beide Kreuze bei der AfD.

Herrschaftsfreier Diskurs – auch so eine schöne Worthülse unseres „Jahrtausend-Dampfdenkers“ Habermas. Der aber in Wirklichkeit nie etwas anderes meinte und anstrebte, als „diskursfreie Herrschaft“.

Und genau dafür haben sich die Medien à la „Rheinische Post“ zur Kampfmaschine der europaweit grassierenden Korporatokratie transformiert.

*******

*) Martin E. Renner MdB ist Betriebswirt und Freier Autor (regelmäßige Kolumne bei conservo und PI – wie auch diese hier). 2013 war er einer der 15 Gründungsinitiatoren sowie Mitglied im Gründungsvorstand der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

www.conservo.blog     15.05.2025

5 Kommentare

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  2. Das ist die pure Verzweiflung. Der Wahlkampf in NRW ist für die Regierungs- und Altparteien nicht gut gelaufen. Sie wurden ausgepfiffen, ausgeschimpft und mit Eiern beworfen. Besonders die Grünen haben die Wut der Bürger zu spüren bekommen. Und solche erbärmlichen Schmiergriffel wie Döbler vergessen natürlich gerne, WER dieses Land in jeglicher Beziehung ruiniert und an den Rand des Abgrunds gefahren hat. Es war nicht die AfD. Es war die Merkel-CDU und die wurde nun abgelöst von ebenso verlogenen, scheinheiligen, komplett unfähigen Marionetten, die nur noch wie verblödete Hampelmänner an den Strippen ihrer amerikanischen Befehlsgeber hängen.

    1. Ja, Doris, in allem einverstanden.

      Aber gleichwohl bleibe ich skeptisch, in de Befürchtung das die Schlafschafe von deutschen Wählern wieder mal nicht aufwachen und gründlich überlegen, wem sie ihre Stimme geben. Bei Prognosen von ca. 30 % für CDU und SPD mit leichten Unterschieden kommt,so fürchte ich, wieder etwa Ähnliches heraus wie jüngst in SH.

      Trotz aller positiven Tendenzen daß manche doch wach geworden sind und die Regierungs- und Altparteien ausgepfiffen wurden, ausgepfiffen, ausgeschimpft und mit Eiern beworfen….
      Ich fürchte das genügt noch nicht.

      Ein großer Teil der Bevölkerung läuft immer noch hinter den Block- und Altparteien hinterher, merkt nicht und will nicht wahrhaben,
      ‘WER dieses Land in jeglicher Beziehung ruiniert und an den Rand des Abgrunds gefahren hat - nicht die AfD - sondern die Merkel-CDU und die wurde nun abgelöst von ebenso verlogenen, scheinheiligen, komplett unfähigen Marionetten, die nur noch wie verblödete Hampelmänner an den Strippen ihrer amerikanischen Befehlsgeber hängen.

      Scholzgnom hat ja neulich auch zugegeben, daß er das letztlich gar nicht zu entscheiden habe.

      Aber wie gesagt all das geht den Schlafschafen doch gar nicht in den Kopf - leider!

      1. Ich schließe mich Euch beiden an und lasse noch Frau Steinbach via Tweet zu Worte kommen.
        :::::::
        Und wie von vielen Seiten zu hören ist, hat die CDU in NRW in ihren Reihen Mitglieder, die zu den türkischen Grauen Wölfen die besten Verbindungen pflegen oder sogar selbst dazugehören.

        https://twitter.com/SteinbachErika/status/1525470707848826880?cxt=HHwWgMC-idnhx6sqAAAA

        …!!

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